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Börse und Wertpapiere

Allgemeines:
Das Wort „Börse“ stammt angeblich von der Brügger Kaufmannsfamilie „van der Burse“, vor deren Haus sich Kaufleute zur Geschäftsabwicklung getroffen haben. Möglicherweise leitet sich das Wort auch vom lateinischen „bursa“ ab, was „Geldbeutel“ bedeutet. Heute bezeichnet man mit einer Börse einen Ort des Zusammentreffens von Käufern und Verkäufern, wobei Angebot und Nachfrage marktmäßig zusammengeführt und Preise gebildet werden.
Der Handel erfolgt mittels Wertpapieren und anders als bei einem „klassischen“ Markt, werden auch „Erwartungen“ in die Preisbildung miteingerechnet. Man spricht hierbei von „Spekulationen“.

Wertpapiere:
Wertpapiere sind, Dokumente, die dem Besitzer ein gewisses Recht zusichern, sei es ein Anteil an einer Firma, oder das Recht, Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt bevorzugt kaufen bzw. verkaufen zu dürfen. Herausgeber (Emittenten) von Wertpapieren sind meist Banken, ist ein Wertpapier neu am Markt, so spricht man vom Primär- oder Emissionsmarkt. Wurde das Wertpapiere zumindest einmal weiterverkauft, so ist es am „Sekundärmarkt“ und kann dort beliebig oft weiterverkauft werden.
In Österreich sind Wertpapiere im Gegensatz zum Sparbuch kein beliebtes Investitionsmittel, allerdings gewähren Wertpapiere neben Zinsen auch Anteile an einem Unternehmen und daher (oft) ein Mitspracherecht, allerdings können Wertpapiere durch Kursrückgänge auch wertlos werden.

Der Grund für die Ausgabe (Emission) von Wertpapieren ist meist das Streben nach Kapitalerhöhung von Firmen. Die Ausgabe von Wertpapieren ist für das Unternehmen (ab einer gewissen Größe) billiger als die Aufnahme eines Kredites.

Primär unterscheidet man zwei Typen von Wertpapieren:

1) FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
2) VARIABLE WERTPAPIERE

Festverzinsliche Wertpapiere haben einen gleich bleibenden, bereits bei der Emission verbrieften Zinsertrag. Das bedeutet, der Schuldner ist verpflichtet, dem Gläubiger den nominalen Betrag des Wertpapieres inklusive zu beginn festgelegten Zinsen nach einer bestimmten Frist zurückzuzahlen. Sie sind daher sehr sicher (mündelsicher).
Ist die Schuldschreibung durch ein „Pfand“ gedeckt (z.B. durch eine Immobilie) spricht man von PFANDBRIEFEN, handelt es sich beim Gläubigen um den Staat oder eine andere Gebietskörperschaft, so spricht man von einem KOMMUNALBRIEF.

Bei den variablen Wertpapieren unterscheidet man zwischen mehreren Arten: 1) AKTIE: Gewährt eine Teilhaberschaft an einer AG. Zur Gründung einer AG muss ein Unternehmen ein Grundkapital von min. 70.000€ aufweisen. Der Inhaber einer Aktie ist am Gewinn (Dividende) und am Grundkapital des Unternehmens beteiligt. Mit so genannten Stammaktien hat man außerdem ein Mitspracherecht in der Hauptversammlung und ein Auskunftsrecht.

2) INVESTMENTZERTIFIKAT: Hierbei handelt es sich um Urkunden, die einen Anteil an einem Investmentfond verbriefen. Dabei wird das Geld der Anleger von einer Kapitalgesellschaft verwaltet und in verschiedene Wertpapiere angelegt. Sie gelten als sicherer als Aktien, es sei denn, es wird nur in Aktien investiert (Aktienfonds). Wenn nur in festverzinsliche Wertpapiere investiert wird, spricht man von Rentenfonds.

3) OPTIONSSCHEIN: Kauft man einen Optionsschein, so kauft man damit das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem fixen Preis kaufen oder verkaufen zu dürfen. Dabei ist der Optionsschein stark vom aktuellen Aktienkurs anhängig, denn: Ist der OS auf einen bestimmten Basiswert ausgestellt und sinkt der Aktienkurs unter diesen Basiswert, so ist der Schein wertlos, es sei denn, man hat auf fallende Kurse gesetzt. Obwohl Optionsscheine sehr riskant sind sie ein sehr beliebtes Spekulationsmittel, besonders aufgrund des so genannten „Leverage-Effekts“ (Hebelwirkung).
Optionsscheine (und Futures) werden auf dem „Terminmarkt“ gehandelt, alle anderen Formen auf dem so genannten „Kassamarkt“.

4) PARTIZIPATIONSSCHEIN: Ähnlich den Aktien, allerdings haben Besitzer von Partizipationsscheinen kein Mitspracherecht in der Hauptversammlung sondern werden nur gewinnbeteiligt. Dafür können diese Wertpapiere nicht nur von Aktiengesellschaften sondern auch von z.B.: Kreditinstituten ausgegeben werden.

5) GENUSSSCHEIN: Verbriefen einen Anteil am Reingewinn eines Unternehmens einer Kapitalgesellschaft. Als Anleger hat man kein Mitspracherecht in der HV und ist nicht am Stammkapital beteiligt.

Wirtschaftliche Fachbegriffe

BIP - Bruttoinlandsprodukt:
Das BIP ist der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einer bestimmten Periode durch In- und Ausländern hergestellt werden.

BNE - Bruttonationaleinkommen:
Das BNE erfasst alle Leistungen von Inländern, egal ob diese im Inland oder im Ausland erbracht werden.

BSP - Bruttosozialprodukt:
Veralteter Name für das BNE.

Brutto:
Ohne Abzüge, noch in ursprünglicher Form

Netto:
Nach Abzug, rein

Konjunktur:
Die wirtschaftlichen Aktivitäten eines Landes vollziehen sich nicht linear, sondern unterliegen gewissen Schwankungen. Je nachdem wie stark das BIP wächst, spricht man von guter oder schlechter Konjunktur. Es ist also nichts anderes als der Verlauf des Wachstums des Bruttoinlandsprodukt.

Inflation:
Der anhaltende Prozess der Geldentwertung, welcher einen Anstieg des Preisniveaus nach sich zieht. Kurz: Kann man sich für eine bestimmte Menge an Geld nun plötzlich weniger kaufen, ist die Inflationsrate gestiegen.

Deflation:
Gegenteil von Inflation: Rückgang des allgemeinen Preisniveaus

Budget:
Gegenüberstellung der für eine bestimmte Periode vorgesehenen Einnahmen und Ausgaben einer Institution oder eines Staates. (Wird auch "Haushaltsplan" genannt)

ATX:
Austrian Trading Index: Ein Mittelwert der 20 größten börsennotierten Unternehmen in Österreich

DAX:
Deutscher Aktien Index

Dow-Jones:
Durchschnitt aus den Schlusskursen von an der New Yorker Börse gehandelten Aktien ausgewählter, umsatzstarker Unternehmen

SMI:
"Swiss Market Index" - Schweizer Aktienindex

GmbH:
Abkürzung für Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Um eine GesmbH gründen zu können wird in Österreich ein Stammkapital von mindestens 35.000€ benötigt (Stand: Mai 2007). Eine GmbH setzt sich aus mehreren Gesellschaftern zusammen, die einen Geschäftsführer wählen. Dieser vertritt die Anliegen der Gesellschaft und ist Hauptverantwortlicher für alle Tätigkeiten.

AG:
Abkürzung für Aktiengesellschaft: Eine Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter mit Aktien am Stammkapital der Gesellschaft beteiligt sind. Um in Österreich eine AG gründen zu dürfen, wird ein Stammkapital von min. 70.000€ benötigt.

Stammkapital:
Der fixe Geldbetrag einer GmbH oder AG

Stop-Loss:
Ist ein Verkaufsauftrag der automatisch (vom Computer) ausgeführt wird. Fällt z.B. ein Aktienkurs eines Unternehmens unter einen gewissen Wert, wird das Wertpapier verkauft.

Bullen- und Bärenmarkt:
Ist die Stimmung an den Aktienmärkten gut und steigen die Kurse, spricht man von einem „Bullenmarkt“ (Hausse), bei einer Depression an den Märkten von einem „Bärenmarkt“ (Biasse).

Broker:
Manager, die Kauf- und Verkaufsaufträge an den Wertpapierbörsen ausführen.

Blue-Chips:
Aktien, denen viel Vertrauen entgegengebracht wird (Gegenteil: Junk-Bones).

Landwirtschaft und Rohstoffe

Landwirtschaft:
Man unterscheidet intensive und extensive Landwirtschaft:

Bei intensiver LW besteht das Streben nach möglichst großer Kapitalmaximierung (Plantagen, Massentierhaltung, Massenackerbau).

Nachteile:

  • Monokulturen anfällig für Schädlinge
  • Auslaugung, Austrocknung des Bodens
  • Desertifikation (Ausbreitung von Wüsten)
  • Zerstörung von Ökosystemen -> Ungleichgewicht
  • Erosion
  • Versalzung des Bodens

    Extensive Landwirtschaft wird mit geringem Kapital- und Arbeitsaufwand betrieben, dazu zählen: WANDERFELDBAU (shifting cultivations), NOMADISMUS (Jäger und Sammler, bzw. Vieherden), WEIDENWIRTSCHAFT (Ranch).

    Rohstoffe:
    Rohstoffe werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Primär gibt es AGRARROHSTOFFE sowie INDUSTRIEROHSTOFFE:

    In den 70er Jahren ging man davon aus, dass bedeutende Rohstoffe in den nächsten Jahrzehnten aufgebraucht werden sein würden.
    Wie sich herausgestellt hat, sind diese pessimistischen Annahmen noch nicht wahr geworden, allerdings liegt die statistische Lebensdauer bei seltenen Metallen (wie z.B. Uran) sehr niedrig, was dessen Preis in Zukunft wohl noch in die Höhe schnellen lässt.

    Statistische Lebensdauer einiger Rohstoffe:
    Kohle: 180 Jahre
    Erdöl: 45 Jahre
    Quecksilber: 35 Jahre
    Eisen: 300 Jahre

    Gerade bei Erdöl lagen die Schätzungen, wie lange der Rohstoff zur Verfügung stehen wird, oft daneben. Trotzdem gilt das schwarze Gold immer noch als knapper Rohstoff wodurch selbst unter extremen Verhältnissen (z.B.: in Alaska, demnächst vermutlich auch in der Arktis) gefördert wird. Ob die Förderung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab: ZUKÜNFTIGE PREISENTWICKLUNG des Rohstoffs, ERGIEBIGKEIT DER LAGERSTÄTTEN, KOSTEN DES TRANSPORT bzw. NÖTIGER BAU VON INFRASTRUKTUR. Der Kosten/Nutzen-Faktor wird RENTABILITÄT genannt.

    2 ökonomische Grundprinzipien: MAXIMALPRINZIP sowie MINIMALPRINZIP

    Bei ersterem wird mit einer festgelegten Summe möglichst hoher Gewinn erzielt, bei letzterem wird mit möglichst kleinem Betrag ein festgelegtes Ziel zu erreichen versucht.

    Der Wald:
    Früher waren etwa 2/3 der Erde mit Wäldern bedeckt, durch Einwirken des Menschen hat sich diese Fläche auf weniger als 1/3 reduziert.

    Der Nutzen des Waldes:

  • Erholungsfunktion für den Menschen
  • Verbesserung des Klimas
  • Reinigung der Luft
  • Schutzfunktion (gegen Lawinen und Muren)
  • Rohstofffunktion: Holz als wichtiger Rohstoff
  • Speicherung von Wasser sowie Erhöhung der Niederschläge um +20%

    In den Industrieländern ist etwa ¼ der Bäume durch zu hohe Abgase der Industrie, beschädigt. Besonders dramatisch ist die Situation in Polen, Tschechien und der Slowakei. Österreich, Frankreich und Spanien besitzen die gesündesten Wälder. In den Entwicklungsländern ist die Unkontrollierte Abholzung des Waldes die größte Gefahr. Dabei gibt es folgende Gründe:

    1) Brennholzgewinn: 90% der Energie in den armen Staaten Afrikas werden durch Holz erzeugt. 2) Wald wird niedergebrannt um Platz für ertragreiche Felder zu schaffen. 3) Wertvolle Hölzer des Urwaldes (Mahagoni) werden abtransportiert. 4) Industrielle Großprojekte (Staudämme, Kraftwerke) führen zur Abholzung des Waldes.

    Welternährungssituation:
    Die Welt ist, im Bezug auf Nahrungsmittel, in ÜBERFLUSSGEBIETE und MANGELGEBIETE aufgeteilt. Besonders dramatisch ist die Situation in Ländern wie Äthiopien oder Sambia, wo quantitative Unterernährung an der Tagesordnung steht. In den Industrieländern ist hingegen eine einseitige Ernährung oft die Erklärung für Krankheiten wie Herzinfarkt.

    QUANTITATIVE UNTERERNÄHRUNG: Dauerhaft zu wenig zu essen.

    Fleischkonsum ist ernährungswissenschaftlich gesehen eine Verschwendung von Getreide. Es wäre sinnvoller, Getreide direkt zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten, da 40% der Weltgetreideernten in Viehmägen landen und statistisch gesehen die Produktion von Fleisch viel mehr Getreide kostet, als sie nützt.

    Huhn > 1:12 Rind > 1:10 Brot > 1:1

    In den Industriestaaten werden besonders viel Fleisch und wenig pflanzliche Nahrungsmittel konsumiert.

    Ein möglicher Lösungsansatz zur Verbesserung der Welternährungssituation wäre die nachhaltige Förderung In Entwicklungsländern (Beispiel: Kauf eines Fischerbootes, anstelle des Spendens von einigen Fischen)

    Arbeitslosigkeit

    Arbeitslosigkeit ist das Fehlen von fixen Beschäftigungsmöglichkeiten von Erwerbspersonen. Das heißt, dass jeder Bürger, der arbeiten könnte, aber keine Arbeit hat, als arbeitslos gilt. Es gibt bei der Definition, wer als arbeitslos gilt und wer nicht einige Ausnahmen.
    Angegeben wird die Zahl der Arbeitslosen immer im Verhältnis zur Anzahl der Erwerbstätigen Personen eines Landes und zwar durch die Rechnung:
    Arbeitslosenquote = Anzahl der registrierten Arbeitslosen dividiert durch die Anzahl der Erwerbspersonen + Anzahl der Arbeitslosen * Hundert. Auf alle Fälle nimmt die Zahl der Arbeitslosen eines Landes einen immer wichtigeren politischen Stellenwert ein.

    Es gibt verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit:

    1) Friktionelle Arbeitslosigkeit: Entsteht beim Übergang von einer Arbeitsstelle zu einer anderen und ist daher nur von kurzer Dauer. In vielen Arbeitslosenstatistiken ist diese Art der Arbeitslosigkeit um die Statistik zu schönen nicht enthalten.

    2) Saisonale Arbeitslosigkeit: Ergibt sich aus den saisonalen Schwankungen. So werden z.B.: in den Schigebieten in den Bergen im Winter mehr Personal gebraucht, also im Sommer. Wenn eine Person also z.B.: als Kellner auf einer Berghütte arbeitet, im Sommer aber keinen Beruf hätte (kommt nicht oft vor) spricht man von Saisonaler Arbeitslosigkeit.

    3) Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: Sie entsteht durch Konjunkturschwankungen. Wenn die Wirtschaft gut läuft und Betriebe gut verdienen kann mehr Personal eingestellt werden. Bei schlechter Konjunktur entlassen Unternehmen Mitarbeiter, die sie im Aufschwung wieder einstellen. Damit diese Art der Arbeitslosigkeit erst gar nicht verursacht wird, versucht der Staat direkt einzugreifen. Diese Art der Intervention des Staates heißt: Antizyklische Fiskalpolitik. Dabei versucht der Staat durch Steuersenkungen oder Steuererhöhungen die Konjunktur konstant zu halten. Befindet sich die Konjunktur in einer Rezession oder Depression wird der Staat vermutlich eine Steuersenkung erlassen. Bei einer Hochkonjunktur dagegen, werden Steuern erhöht um einer Inflation vorzubeugen. Da dieses Eingreifen des Staates immer entgegengesetzt zur Konjunktur abläuft, heißt es antizyklisch.

    4) Strukturelle Arbeitslosigkeit: Diese Form ist von langer Dauer. Wenn neue Technologien (z.B.: Fließband, Computer) erfunden werden, werden möglicherweise ganze Arbeitsschritte nur mehr durch Maschinen ausgeführt was dazu führt, dass Mitarbeiter nicht mehr gebraucht und entlassen wurden. Das passierte vor allem in der Zeit der Industrialisierung Anfang des 19. Jhd.
    Die Strukturelle Arbeitslosigkeit kann man noch in folgende Unterpunkte unterteilen: *) Merkmalsstrukturelle Arbeitslosigkeit: Diese ergibt sich, wenn Unternehmen andere Qualitäten fordern, als der Arbeitnehmer anbieten kann.
    *) Technologie Arbeitslosigkeit: Automatisierung: Neue Technologien ersetzen den Menschen als Arbeiter.
    *) Institutionelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit aufgrund arbeits- und sozialrechtlicher Regelungen, also z.B.: wenn der Staat keine Anreize bieten würde, Lehrlingen in einen Betrieb aufzunehmen.

    Warum gibt es Arbeitslosigkeit? Es gibt zwei grundlegende Erklärungsansätzen, den Neoklassische Erklärungsansatz und den Keynesianischer Erklärungsansatz:

    Die Neoklassische Wirtschaftstheorie erklärt Arbeitslosigkeit vorwiegend mit dem Interventionismus, also dem Eingreifen des Staates in die Wirtschaft verursacht wird. Wenn der Staat also z.B.: Mindestlöhne für Arbeiternehmer vorschreibt, kann die Nachfrage an Arbeitskräften sinken. Außerdem meinen die Vertreter dieser Theorie, hohe Arbeitslosigkeit ist auf zu höhe Löhne oder Lohnnebenkosten zurückzuführen nach dem Motto: Wenn eine Firma weniger pro Person zahlen muss, kann sie dafür mehr Arbeiter einstellen. Und darum sollten Unternehmen, laut dieser Theorie, ja nachdem, ob es der Firma gut oder schlecht geht mehr oder weniger an den Arbeitnehmern zahlen und kein fixes Gehalt geben. Außerdem sollen auch die Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden sodass eine Firma, wenn viele Aufträge vorhanden sind, diese auch schnell und effizient bearbeiten kann.

    Die Keynesianische Wirtschaftstheorie dagegen meint, dass Löhne und Gehältern nicht nur Kosten für einzelne Unternehmen verursache, sondern dass hohe Gehälter auch die Kaufkraft ankurbeln können. Und wenn viel gekauft wird, also hohe Nachfrage besteht, verdienen auch Firmen mehr. Und wenn Firmen viel verdienen können sie mehr Arbeitnehmer einstellen.

    Quelle: Eurostat

    Ein Hauptgrund für die heutige Arbeitslosigkeit ist mit Sicherheit auch der technische Fortschritt und die Globalisierung. Dadurch, dass viele Produkte billig in China oder Taiwan hergestellt werden und in die Industriestaaten verschifft werden können, lassen eben immer mehr Großunternehmen dort produzieren, was dazu führt, dass die Arbeitslosenquote in den reicheren Ländern sinkt. Besonders stark hat es in Europa die Textilbranche getroffen so können z.B. in Österreich nur mehr traditionelle Trachten gewinnbringend verkauft werden, natürlich zu einem hohen Preis.
    Bis zu den 70er Jahren gab es dieser Problem nicht, in den 60er Jahren gab es sogar so viele Arbeitsplätze in Deutschland das Gastarbeiter aus Nachbarländern geholt wurden um dem Arbeitskräftemangel besonders in der Automobilindustrie oder in der Gebäudereinigung entgegenzuwirken. Diese kamen vor allem aus Italien, Jugoslawien, Spanien und Portugal und bereits 1964 hatten 1 Million das Angebot angenommen und waren nach Deutschland gekommen. Der 1millionste Arbeiternehmer war übrigens ein Portugiese, der bekam als Dank ein Moped geschenkt.

    Folgen der Arbeitslosigkeit:
    Die gesamtwirtschaftlichten Kosten der Arbeitslosigkeit sind nicht zu unterschätzen. Denn der Staat entrichtet nicht nur Arbeitslosengeld an die Betroffenen, die Arbeitslosen sind auch von quasi jeder Steuer entbunden und können nicht zur Erhöhung der volkswirtschaftlichen Einnahmen beitragen. Nicht zuletzt muss auch auf die persönlichen Konsequenzen von Langzeitarbeitslosigkeit hingewiesen werden. Neben körperlichen und psychischen Problemen kann sich Arbeitslosigkeit auch auf die nächste Generation auswirken, indem Kinder von Arbeitslosen keine Chancengleichheit widerfahren.

    Aktuelle Situation:
    Im Juli 2007 gab es in Österreich eine Arbeitslosenquote von 5,1%, was etwa 185.000 registrierten Arbeitslosen entspricht. Dazu kommen noch etwa 43.000 Personen, die in Schulungen sitzen und deshalb von der offiziellen Statistik nicht erfasst werden. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete Wien mit 7,8%, Niederösterreich liegt mit 5,4% nach Wien und dem Burgendland an dritter Stelle, die niedrigste Arbeitslosenquote mit 2,9% wies Salzburg auf. Man muss dazu sagen, dass die Berechnung der Arbeitslosigkeit nicht überall genau gleich verläuft. Innerhalb Österreichs wird natürlich die gleiche Zählmethode angewandt, die OECD, also die Organization for Economic Co-operation and Development verwendet andere Berechnungsmodelle wobei Österreich hier eine Arbeitslosenrate im ersten Quartal des Jahres 2007 mit 4,3% aufwies, und somit unter dem OECD-Schnitt von 5,4% lag. Die höchste Arbeitslosenrate hatte laut OECD Dänemark mit 3,2%, die höchste die Slowakei mit 10,6%. Wirtschaftsminister Bartenstein ist laut einem Bericht in „Die Presse“ höchst zufrieden mit der Entwicklung und meint, der Weg zur Vollbeschäftigung wäre nun frei. Von Vollbeschäftigung spricht man dann, wenn die Arbeitslosenrate unter einen gewissen Prozentsatz sinkt. Vollbeschäftigung ist nicht eine Arbeitslosenrate von 0% da man zwischen Arbeitsplatzwechseln, Wohnortwechsel, Schulungen, etc. zumindest kurzzeitig als arbeitslos gilt. Minister Bartenstein meint, man könne ab 3,9% von Vollbeschäftigung sprechen, die EU meint 4,2% Arbeitslosigkeit gilt als Vollbeschäftigung.

    Weltweite Arbeitslosigkeit:
    Wie in diesem Bild ersichtlich, ist die Arbeitslosigkeit in den Industriestaaten wie den USA, Australien, China, Kanada aber auch Russland relativ gering. Auch in der EU weisen nur Polen sowie Serbien und Montenegro eine höhere Arbeitslosigkeit auf. Die Situation in Afrika schaut ganz anderes aus, vor allem Simbabwe hat eine extrem hohe Arbeitslosenrate, ebenso wie Algerien und Südafrika. Auch Turkmenistan ist von hoher Arbeitslosigkeit betroffen.

    Suezkanal

    Der Suezkanal ist eine 163 km lange, nordafrikanische künstliche Wasserstraße, die das Mittelmeer und das Rote Meer miteinander verbindet. Mit seiner Freigabe für den Schiffverkehr 1869 konnte der Handel Europa-Asien immens beschleunigt werden, da Schiff nun nicht mehr entlang der afrikanischen Küste fahren mussten, wenn sie mit dem jeweils anderen Kontinent Handel treiben wollten. Der Kanal wurde nach den Plänen des österreichischen Ingenieurs Alois Negrelli gebaut.

    Am 25. April 1859 begannen die Bauarbeiten nach Negrellis Plänen in Port Said. Der Bau brachte große Versorgungsprobleme mit sich. Es mussten nicht nur Holz, Steine und Werkzeug teilweise sogar aus Europa angeschafft werden, auch Trinkwasser für die Arbeiter musste mühsam bereitgestellt werden. Insgesamt waren etwa 1,5 Millionen Menschen am Bau beteiligt, wovon 125.000 während des Baus an Krankheiten (wie etwa Cholera) oder an Erschöpfung starben.

    Die Baukosten betrugen etwa 19 Millionen Pfund Sperling (altenglische Silbermünze) wovon Ägypten einen großen Teil zu tragen hatte. Frankreich hatte sich geschickt vertraglich abgesichert und sicherte sich die Rechte am Kanal für 99 Jahre. Erst dann sollten sie an Ägypten fallen. England merkte den drohenden Bankrott von Ägypten und kaufte seine Anteile auf.

    Daten:
    Länge: 162,5 km
    Breite am nördlichen Ende: 345 m
    Breite am südlichen Ende: 215 m
    Tiefe: 66 ft
    Einnahmen 2006: 3,6 Mrd. Dollar
    Verkehr (jährlich): 15.000 Schiffe

    Bevölkerung Österreich

    Jahresdurchschnittsbevölkerung

     

    AT

    AT11

    AT21

    AT12

    AT31

    AT32

    AT22

    AT33

    AT34

    AT13

    Jahr

    Öster-
    reich

    Burgen-
    land

    Kärnten

    Nieder-
    öster-
    reich

    Ober-
    öster-
    reich

    Salz-
    burg

    Steier-
    mark

    Tirol

    Vor-
    arl-
    berg

    Wien

    2005

    8,233.306

    278.655

    560.089

    1,575.291

    1,399.226

    526.875

    1,199.489

    693.651

    362.258

    1,637.772

    2004

    8,174.733

    277.586

    559.538

    1,563.872

    1,392.965

    524.404

    1,195.311

    688.340

    359.388

    1,613.329

    2003

    8,117.754

    276.419

    559.440

    1,552.848

    1,387.086

    521.238

    1,190.574

    683.317

    356.590

    1,590.242

    2002

    8,083.797

    276.597

    560.353

    1,547.696

    1,382.867

    518.756

    1,190.197

    678.756

    354.466

    1,574.109

    2001

    8,043.046

    276.450

    560.371

    1,542.574

    1,376.700

    516.442

    1,186.273

    674.147

    351.752

    1,558.337

    2000

    8,011.566

    276.083

    560.129

    1,537.266

    1,371.579

    513.853

    1,182.684

    669.479

    349.257

    1,551.236

    1999

    7,992.323

    276.486

    560.821

    1,532.920

    1,368.299

    512.049

    1,183.146

    665.773

    347.443

    1,545.386

    1998

    7,976.789

    276.973

    560.972

    1,528.805

    1,365.441

    511.107

    1,183.702

    662.471

    345.766

    1,541.552

    1997

    7,968.041

    277.368

    561.280

    1,525.554

    1,363.843

    510.501

    1,184.310

    659.288

    344.354

    1,541.543

    1996

    7,959.016

    277.703

    561.703

    1,523.536

    1,362.597

    509.157

    1,185.066

    655.528

    343.135

    1,540.591

    1995

    7,948.278

    277.689

    561.281

    1,520.637

    1,360.967

    507.454

    1,185.830

    651.639

    341.951

    1,540.830

    1994

    7,936.118

    276.908

    560.216

    1,515.446

    1,357.804

    505.238

    1,186.122

    647.854

    340.471

    1,546.059

    1993

    7,905.632

    275.958

    558.935

    1,508.220

    1,350.814

    501.215

    1,185.486

    642.893

    338.640

    1,543.471

    1992

    7,840.709

    274.943

    555.231

    1,495.408

    1,337.961

    493.732

    1,181.085

    636.210

    336.160

    1,529.979

    1991

    7,754.891

    272.951

    550.042

    1,479.187

    1,320.567

    484.807

    1,174.524

    628.284

    331.930

    1,512.599

    Q: Bevölkerungsfortschreibung; ab 2002 basieren die Einwohnerzahlen auf dem neu eingerichteten bevölkerungsstatistischen Datenbanksystem der STATISTIK AUSTRIA (POPREG), das Bevölkerungsstände auf Basis der vom Zentralen Melderegister (ZMR) bereitgestellten Daten ermittelt.


    EU - Inflation

    Quelle: Eurostat